Dry January
Der Januar zählt in der Schweiz oft zu den trockensten Monaten des Jahres. Kalte Winterluft speichert wenig Feuchtigkeit, stabile Hochdrucklagen halten Regen und Schnee fern. Statt grauem Wetter dominieren sonnige Tage mit klarer Sicht. Ein Kontrast zum Sommer mit Gewittern und Starkregen. Die Trockenheit hat Folgen: Schneereserven schrumpfen, Landwirtschaft und Wasserkraft geraten unter Druck. In einzelnen Regionen steigt sogar im Winter die Waldbrandgefahr.
2025
Lichtermeer & Lebkuchenduft
Mit dem Start der Weihnachtsmarkt-Saison verwandelt sich die Schweiz in ein Meer aus Licht: Städte, Dörfer und Bergorte bringen gemeinsam mehrere Tausend Kilometer Lichterketten zum Strahlen, allein die berühmte «Lucy» an der Zürcher Bahnhofstrasse besteht aus über 23’000 LED-Kristallen. Schweizweit eröffnen rund 200 Märkte, daneben sorgen Eislaufplätze und Pop-up-Bars für Winterfeeling – und der Duft von Marroni, Raclette und Gewürzen kündigt an: Die Adventszeit ist da.
Meister des Überwinterns
Vor dem Winterschlaf frisst der Igel, was das Laub hergibt: Insekten, Würmer und Schnecken. Bis zu einem Drittel seines Körpergewichts legt er als Reserve zu – sein lebenswichtiges Energiepolster. Im November sucht er ein geschütztes Quartier, rollt sich ein und fällt in einen tiefen Schlaf. Dann schlägt sein Herz statt 200- nur noch rund 10-mal pro Minute, und die Körpertemperatur sinkt auf unter 10 Grad. So überdauert er frostige Monate – ohne je aufzuwachen.
Der Monat Oktober
Der Name Oktober stammt vom lateinischen «octo» (acht). Im ursprünglichen römischen Kalender, der mit März begann, war er tatsächlich der achte Monat. Dieser Kalender folgte dem Mondjahr und umfasste zunächst nur zehn Monate. Erst mit der Kalenderreform, um ihn an den Sonnenlauf anzupassen, wurden Januar und Februar eingefügt und der Oktober rückte an die zehnte Stelle. Sein Name blieb jedoch unverändert und erinnert bis heute an die alte römische Zeitrechnung.
Grillenthermometer
An warmen Sommerabenden kann man die Temperatur mit den Ohren schätzen – und zwar mithilfe des Zirpens von Grillen. Denn je wärmer es ist, desto schneller zirpen sie. Dieser Zusammenhang wurde schon im 19. Jahrhundert wissenschaftlich untersucht und lässt sich erstaunlich zuverlässig nutzen. Wer 60 Sekunden lang mitzählt, kann daraus die ungefähre Aussentemperatur ableiten. Die Formel dafür lautet 10 + (Anzahl Zirpen pro 60s – 40).
Die Luftfabrik
Pflanzen sind kleine grüne Kraftwerke: Mit nichts als Sonnenlicht, Wasser und Luft zaubern sie Zucker, der ihnen als Energiequelle dient – das nennt man Photosynthese. Dabei entsteht ganz nebenbei Sauerstoff, den wir Menschen und Tiere zum Atmen brauchen. Ohne diesen genialen Trick der Natur gäbe es kein Leben, wie wir es kennen. Photosynthese ist viel mehr als ein Pflanzenprozess – sie ist die unsichtbare Superkraft, die unseren Planeten lebendig hält und das Fundament allen Lebens bildet.
Ich seh was ... – Phänomen Pareidolie
Ein Tier im Stein, ein Gesicht in den Wolken – Pareidolie nennt man das Phänomen, wenn wir in zufälligen Formen vertraute Muster erkennen. Besonders Gesichter fallen uns sofort ins Auge – kein Zufall, denn unser Gehirn ist darauf spezialisiert. Evolutionsbedingt war es überlebenswichtig, blitzschnell andere zu erkennen. Heute entdecken wir dank dieses Mechanismus selbst im Chaos der Welt Strukturen – ein Beweis für die interpretierende Kraft unserer Wahrnehmung.
Herbst voller Genuss
Über 300 Sorten wachsen in der Schweiz – von knackig-süss bis erfrischend säuerlich. Jede Region hat ihre eigenen Favoriten, die auf Märkten, in Mostereien oder direkt vom Baum den Weg in unseren Alltag finden. Damit ist der Apfel nicht nur das meistgegessene Obst des Landes, sondern auch ein echter Allrounder, der zeigt, wie bunt und vielseitig Schweizer Erntezeit sein kann.
Zeit der langen Nächte
Zur Herbst-Tagundnachtgleiche am 22./23. September treffen die Sonnenstrahlen senkrecht auf den Äquator, Tag und Nacht sind fast gleich lang. Danach neigt sich die Nordhalbkugel von der Sonne weg: Die Tage werden kürzer, die Nächte länger, der Winter naht. Seit Jahrtausenden feiern Kulturen dieses Gleichgewicht mit Festen, Ritualen und Erntedank. Erst zur Tagundnachtgleiche im März stellt sich das Gleichgewicht von Licht und Dunkelheit erneut ein und markiert den Beginn des Frühlings.
Vitaminmonat August
Der August ist in der Schweiz hervorragend geeignet, um körpereigenes Vitamin D zu bilden. Die UVB-Strahlung erreicht in diesem Monat ein optimales Niveau, sodass der Körper besonders effizient Vitamin D3 herstellen kann. In der Haut wird dabei die Vorstufe 7-Dehydrocholesterol durch Sonnenlicht in Vitamin D3 umgewandelt. Schon kurze Aufenthalte in der Mittagssonne mit unbedeckten Armen oder Beinen reichen meist aus, um die Speicher zu füllen.
Spannende Stubenfliegen
Die Stubenfliege ist ein wahres Naturwunder: Ihre Facettenaugen bestehen aus rund 3'000 Einzelaugen und ermöglichen ihr nahezu 360 Grad Sicht. Sie nimmt bis zu 250 Bilder pro Sekunde wahr – viermal mehr als wir Menschen – und reagiert blitzschnell. Schwingkölbchen stabilisieren ihre wendigen Flugmanöver. Haftpolster an den Füssen lassen sie sogar an glatten Oberflächen laufen. Mit ihren Füssen kann sie schmecken – und dabei Keime auf unsere Nahrung übertragen.
April, April, der macht, was er will
Der April macht, was er will – und das mit Ansage. Denn kaum ein Monat steckt wettertechnisch so voller Gegensätze. Wenn sich in diesen Wochen die letzten kalten Winterluftmassen mit der aufkommenden Frühlingswärme messen, gerät die Wetterküche ordentlich in Bewegung. Sonne, Regen, Schnee und Hagel geben sich die Klinke in die Hand – oft innerhalb weniger Stunden oder gar Minuten. Schuld daran sind wandernde Tiefdruckgebiete, die kalte und warme Luft immer wieder neu vermischen.
So entsteht der «Frühlingsduft»
Es ist wieder so weit: Frühling liegt in der Luft. Doch das ist nicht nur eine Floskel, der einmalige Frühlingsduft existiert tatsächlich auch ganz real. Er kommt zustande, wenn Pflanzen wieder aktiv werden und ihre ätherischen Öle freisetzen. Flieder, Magnolien, Maiglöckchen oder frisch spriessende Gräser und Kräuter verströmen ihre feinen Aromen, um Insekten anzulocken. Spannend: Auch der Duft nach Regen, bekannt als Petrichor, gehört dazu.
Flinke Flügel: Das Naturwunder Kolibri
Kolibris sind wahre Meister der Lüfte. Mit bis zu 80 Flügelschlägen pro Sekunde sausen sie durch die Luft, beherrschen atemberaubende Manöver und können nicht nur vorwärts und rückwärts fliegen, sondern sogar schwebend in der Luft verharren, um mit ihren langen Schnäbeln Nektar aus Blüten zu saugen. Ihr winziger Körper, Kolibri-Arten wiegen lediglich zwischen 1.6 und 24 Gramm, verbrennt Energie in rasantem Tempo. Deshalb müssen sie alle 10 bis 15 Minuten Nektar aufnehmen.
Frühlingsgefühle im Schnee
Im Januar tritt in den Alpen das Föhnphänomen auf, bei dem warmer, trockener Wind von den Bergen herabzieht und plötzlich frühlingshafte Temperaturen mit sich bringt – ein unerwarteter Kontrast zur winterlichen Schneelandschaft. Der Föhn sorgt für einen abrupten Temperaturanstieg und kann in den Tälern bis zu 10 Grad wärmer sein als in den höheren Lagen. Diese meteorologische Besonderheit überrascht und schafft ein aussergewöhnliches, beinahe frühlingshaftes Wetter mitten im Winter.
2024
Süsses oder Saures?
Die Ursprünge von Halloween finden sich vor über 2'000 Jahren im keltischen Fest «Samhain», das das Ende der Ernte und den Winterbeginn markierte. Man glaubte, dass in dieser Zeit die Grenze zwischen Lebenden und Geistern verschwimmt. Um böse Geister abzuwehren, entzündeten die Kelten Feuer und trugen Kostüme. Heute steht Halloween vor allem für Gruseldeko, geschnitzte Kürbisse und «Trick or Treat»-Touren, bei denen Kinder am Abend des 31. Oktober verkleidet von Tür zu Tür ziehen.
Funkelnder Himmel
Wie jedes Jahr bietet sich auch heuer wieder ein Naturschauspiel am Schweizer Nachthimmel: Die Leoniden. Etwa vom 6. bis zum 30. November durchqueren wir den Meteorstrom, der aus Trümmern des Kometen Tempel-Tuttle besteht. Dabei sind zahlreiche Sternschnuppen am nächtlichen Himmelszelt zu sehen. Ihr Höhepunkt wird um den 17. November erwartet. Packen Sie sich warm ein, nehmen Sie eine heisse Schokolade mit und schauen Sie nach oben.
Phänomen am Winterhimmel
Im Winter, unter ganz besonderen atmosphärischen Bedingungen, erscheinen am Himmel Nebensonnen und faszinieren mit ihrem Lichtspiel. Dieses seltene Phänomen entsteht, wenn Sonnenlicht an winzigen, hexagonalen Eiskristallen in der Atmosphäre mehrfach gebrochen und reflektiert wird. Links und rechts der Sonne entstehen dabei leuchtende Lichtpunkte, die wie kleine Sonnen aussehen. Die kalte Jahreszeit begünstigt durch klare Luft und tiefe Temperaturen die Bildung solcher Eiskristalle.
Schwebende Leichtgewichte
Haben Sie sich je gefragt, wie schwer Wolken sind? Trotz ihrer vermeintlich schwebenden Leichtigkeit sind Wolken erstaunlich schwer. Eine Cumuluswolke (die typische Schönwetterwolke), die fluffig und harmlos aussieht, wiegt zwischen 500 und 1000 Tonnen – etwa so viel wie 100-200 Elefanten. Noch unglaublicher sind Gewitterwolken (Cumulonimbus). Sie können je nach Grösse bis zu mehreren Millionen Tonnen wiegen.
Der praktischste Snack der Welt
Aus dem Schul- und Arbeitsalltag ist das Sandwich kaum mehr wegzudenken. Doch wer hatte eigentlich die geniale Idee dafür? Glaubt man den Überlieferungen, verdanken wir den praktischen Snack wohl John Montagu, dem 4. Earl of Sandwich im 18. Jahrhundert. Als begeisterter Kartenspieler wollte er während des Spiels essen, ohne die Karten aus der Hand zu legen oder sie zu verschmutzen. Also liess er sich kurzerhand Fleisch zwischen zwei Brotscheiben reichen.
Im Schatten der Erde
Am 18. September 2024 lohnt sich frühes Aufstehen, denn am Himmel wartet eine kleine, aber feine partielle (teilweise) Mondfinsternis. Ab 04:12 Uhr sieht es aus, als hätte jemand vom Mond abgebissen – der obere Rand des Vollmonds wird vom Erdschatten «angeknabbert». Das himmlische Spektakel erreicht um 04:44 Uhr seinen Höhepunkt, wenn rund 9 % des Mondes verdunkelt sind. Besonders toll: Das Schauspiel lässt sich ganz entspannt mit blossem Auge oder mit einem handelsüblichen Fernglas beobachten.
April, April!
Der Aprilscherz geht wohl auf historische Erzählungen, sogenannte Narrentage, zurück. 1564 wurde mit der Kalenderreform der Jahresbeginn vom 1. April auf den 1. Januar verschoben. Die Reform sorgte für grosse Verwirrung und stiftete viele Bürger Frankreichs zu Scherzen an. Wer auf diese hereinfiel und den Jahreswechsel weiter-hin am 1. April feierte, wurde verspottet. Noch heute wird in Frankreich versucht, sogenannte «April-Fische» aus Papier unbemerkt an den Rücken anderer zu kleben.
Junger Trieb
Spargeln werden ab Mitte April bis Ende Juni gestochen und frisch verkauft – quietschen die Stangen beim Aneinanderreiben, gilt das als echtes Frischesigel. Geernet werden immer nur die jungen Triebe des Wurzelstocks, bevor sich dieser ein weiteres Jahr «erholt». Die Farbvarianten des Gemüse variieren je nach Sonneneinstrahlung von weiss - unter dem Erdwall - über violett bis typisch grün auf dem offenen Feld.
Der wohl beliebteste Sport
Die Wurzeln des Fussballs reichen rund 2’000 Jahre zurück und führen nach China. Ein Spiel namens "Ts’uh-küh" mit einem Ball aus zusamengenähten Lederstücken und einer Füllung aus Tierhaaren war der Vorreiter des heutigen Fussballs. Mittlerweile werden jährlich bis zu 60 Millionen Bälle verkauft – vor allem zu Zeiten der Meisterschaften. Seine Beliebtheit verdankt der Sport vor allem dem, dass er Menschen aus allen Teilen der Welt zusammenbringt und verbindet.
Die Geschichte des Eishockeys
Im März 1875 fand in Montreal ein bedeutsames Eishockeyspiel statt, das erstmals in die Geschichtsbücher einging. Seither gilt Kanada als Mutterland des Sportes. Ursprünglich stammt das Wort Hockey aus dem Französischen und bedeutet «Krummer Stock», was auf die anfängliche Ausrüstung eishockeybegeisterter Jugendliche zurückzuführen ist. Damals dienten Äste, Blechbüchsen und normale Winterstiefel auf kleinen, natürlichen Eisflächen zum Spielen.
Das Phänomen: Schaltjahr
Unsere Tage und Jahre richten sich nach der Drehung der Erde um sich selbst sowie um die Sonne. Da die Rotation der Erde um die eigene Achse nicht gleichmässig verläuft, passt die Dauer eines Jahres mit 365 Tagen nicht genau. Alle vier Jahre erhält das Jahr deshalb einen zusätzlichen Schalttag: den 29. Februar. Würden wir dieses Jahr auf den Tag verzichten, müssten wir 2025 bis 5.49 Uhr am Morgen auf Silvester warten.
Der Wald erwacht
Seit Anfang März macht sich der Frühling langsam bemerkbar. Die Tage werden merkbar länger und die Temperaturen steigen mit der Nachmittagssonne angenehm. Dies macht sich auch in der Natur bemerkbar. Neben ersten Blumen und frischen Zweigen erwachen auch die Wälder aus der Winterruhe. Im Stammesinneren, in den Leitungsbahnen, schiessen dabei nun die Säfte von den Wurzeln in die Krone. Hört her! In Birken oder Buchen «gluckst» und rauscht es.
